Messungen zur Erkundung des Untergrunds für eine mögliche Nutzung der Tiefengeothermie
Im Stadtgebiet Starnberg finden ab dem 20. August 2026 seismische Untersuchungen zur Erkundung des Untergrunds statt. Die Messungen werden von der Innovative Energie für Pullach GmbH (IEP) gemeinsam mit den Stadtwerken Fürstenfeldbruck und dem Zweckverband Versorgungs- und Verkehrsbetriebe Neufahrn/Eching im Rahmen der Seismik-Kampagne „M-Plus“ durchgeführt.
Messungen auch innerhalb des Stadtgebiets
Die Untersuchungen finden im Zeitraum vom 20. August bis voraussichtlich 20. September 2026 im gesamten Stadtgebiet Starnberg innerhalb der geschlossenen Ortschaften statt. Darüber hinaus erstreckt sich das Untersuchungsgebiet „Pullach West“ über eine Fläche von rund 81 Quadratkilometern zwischen Isar und Starnberger See.
Für die Messungen werden zunächst sogenannte Geophone, also empfindliche Erdmikrofone, an festgelegten Messlinien ausgelegt. Anschließend kommen spezielle Messfahrzeuge, sogenannte Vibro-Trucks, zum Einsatz. Diese fahren langsam auf ausgewählten Straßen sowie Feld- und Waldwegen und erzeugen an festgelegten Messpunkten kontrollierte Schwingungen. Die dabei entstehenden Schallwellen breiten sich in den Untergrund aus und werden an unterschiedlichen geologischen Schichten reflektiert. Die Geophone zeichnen diese Signale auf. Aus den gewonnenen Daten lässt sich anschließend ein dreidimensionales Bild des Untergrunds erstellen.
Nur kurzfristige Einschränkungen
Die Vibro-Trucks bewegen sich langsam entlang der vorgesehenen Messstrecken. Die Messungen erfolgen jeweils nur für kurze Zeit an den einzelnen Messpunkten. Dadurch sollen die Auswirkungen auf den Verkehr möglichst gering gehalten werden. Dennoch kann es während der Messungen zu kurzzeitigen Verkehrsbehinderungen und wahrnehmbaren Vibrationen kommen.
Die Stadt Starnberg bittet Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer sowie Anwohnerinnen und Anwohner um Verständnis für die vorübergehenden Einschränkungen.
Die Schwingungen werden technisch kontrolliert. Begleitend zu den Arbeiten finden Erschütterungsmessungen an den nächstgelegenen Gebäuden statt. Zudem wird eine ökologische Baubegleitung eingesetzt, um sicherzustellen, dass geltende Richtwerte eingehalten und Tiere, Pflanzen sowie deren Lebensräume geschützt werden.
Ziel: Mehr Erkenntnisse über das Geothermie-Potenzial
Die seismische Untersuchung soll zeigen, wie der Untergrund aufgebaut ist und ob die geologischen Voraussetzungen für eine mögliche Nutzung der Tiefengeothermie gegeben sind. Die gewonnenen Daten bilden damit eine wichtige Grundlage für die weitere Bewertung möglicher Geothermie-Projekte.
Nach Angaben der Projektverantwortlichen wurde bereits im Jahr 2018 eine seismische Erkundung durchgeführt. Dabei kam es zu keinen Schäden. Denn die Auftraggeber der Seismik-Kampagnen achten darauf, dass es zu keinen Schäden an Gebäuden oder unterirdischen Leitungen kommt.
Die seismische Untersuchung im gesamten Projektgebiet wird voraussichtlich bis Ende Oktober beziehungsweise Anfang November 2026 abgeschlossen. Die Arbeiten im Stadtgebiet Starnberg innerhalb der geschlossenen Ortschaften sind nach derzeitiger Planung bis zum 20. September vorgesehen.
Weitere Informationen zur Seismik-Kampagne „Pullach West“ sowie zum aktuellen Stand der Arbeiten sind auf der Projektwebsite der IEP abrufbar: iep-pullach.de/seismik-pullach-west.
Für allgemeine Fragen:
seismik-pullach-west(at)iep-pullach.de
Für das Permitting, Genehmigungseinholung und Koordinierung der Messungen:
Sven Otte
Informations & Planungsservice GmbH
muenchen(at)ips-celle.de
Für alle technischen Fragen zur Seismik:
Dr. Rüdiger Misiek
DMT GmbH & Co. KG
ruediger.misiek(at)dmt-group.com