Starnberg Ammersee

Fischerhochzeit in Starnberg

Ein seltenes Spektakel

Das Brautpaar Amalie Popp  und Nikolaus Gröber (Foto Wörsching)
Die Hochzeit in der alten Pfarrkirche St. Josef (Foto Wörsching)
Die Heiratsurkunde
Die Heiratsurkunde
Hochzeitsgäste in Tracht (Foto Wörsching)
Hochzeitsgäste in Tracht (Foto Wörsching)
Hochzeitsgäste in Tracht (Foto Wörsching)
Hochzeitsgäste in Tracht (Foto Wörsching)
Das Brautpaar Amalie Popp und Nikolaus Gröber (Foto Wörsching)
Die Hochzeit in der alten Pfarrkirche St. Josef (Foto Wörsching)
Die Heiratsurkunde
Die Heiratsurkunde
Hochzeitsgäste in Tracht (Foto Wörsching)
Hochzeitsgäste in Tracht (Foto Wörsching)
Hochzeitsgäste in Tracht (Foto Wörsching)
Hochzeitsgäste in Tracht (Foto Wörsching)

Am 16. Oktober 1933 fand nach über 150 Jahren wieder eine Fischerhochzeit in Starnberg statt. Der Fischersohn Nikolaus Gröber und die Sattlermeisterstochter Amalie Popp gaben sich an diesem Tag das Ja-Wort und der Volkstrachtenverein Starnberg nutzte die Gelegenheit, in alter Tradition ein glanzvolles Fest auszutragen. Nikolaus Gröber war zu dieser Zeit schon kein unbeschriebenes Blatt mehr, seit 1923 gehörte er der NSDAP an und hatte aktiv beim Hitlerputsch mitgewirkt.

Schon Wochen vor dem großen Tag war der Hochzeitslader unterwegs, um zum Festtag einzuladen. Dieser wurde um 6 Uhr morgens mit Böllerschüssen eingeleitet, woraufhin sich die Starnberger am Gasthof zur Post (Hauptstraße 22) sammelten. Mit einer Kapelle zur musikalischen Begleitung wurden daraufhin erst der Bräutigam, dann die Braut abgeholt und zum Lochmannhaus (heute Museum Starnberger See) gebracht. Hier wurde ein Dank an Gott gesprochen; die Eheleute wurden außerdem symbolisch von ihren Eltern in die Ehe entlassen.

Der Hochzeitszug führte die Gesellschaft daraufhin zum Rathaus, wo Bürgermeister Buchner die offizielle Trauung im Freien vornahm. Seine abschließende Rede stand bereits ganz im Zeichen der neuen Zeit. So hieß es: "Nit vergahn der Sipp zu geben, was ihrer ist, der Gmein zu geben, was der Gemeine ist, dem Volk zu geben, was des Volkes ist. Soll besagen: der große Herezog und Kanzeler Adolf Hitler, so Führer des jungen hei. 3. Reiches deutscher Nation behüat und schirmet Eura Zukunft." Nach der standesamtlichen Trauung folgte die kirchliche in der alten Pfarrkirche St. Josef.

Auf dem Hindenburgplatz (heute Kirchplatz) wurde zu Ehren der Brautleute der Fischertanz aufgeführt, ehe es zur alten Turnhalle in der Brunnangerstraße zum Festschmaus ging. Neben mehreren Aufführungen musste der Bräutigam auch seine Braut nach einer traditionellen Entführung auslösen. Mit einem großen Hochzeitstanz endete der Festtag.

Das bis dahin größte heimatliche Ereignis in Starnberg wurde bereits von den neuen Machthabern vereinnahmt und zur eigenen Propaganda missbraucht. Doch dass das Fest überhaupt eine solche Dimension annehmen konnte, war sicher auch auf die nationalsozialistische Betätigung des Bräutigams zurückzuführen. 

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