Starnberg Ammersee

Kriegerheimkehrfeier 1919

Ein Fest zu Ehren der Gefallenen und Lebenden

Der Festumzug mit Fahnenträgern
Veteranen beim Festumzug
Veteranen beim Festumzug
Veteranen beim Festumzug
Das Kriegerdenkmal vor dem ehemaligen Rathaus (heute Bücherei)
Der Festumzug mit Fahnenträgern
Veteranen beim Festumzug
Veteranen beim Festumzug
Veteranen beim Festumzug
Das Kriegerdenkmal vor dem ehemaligen Rathaus (heute Bücherei)

Der 16. Februar 1919 nahm für einen Sonntag einen ungewöhnlichen Anfang: bereits am frühen Morgen wurden die Starnberger Bürger von Kanonenschüssen geweckt. Sie läuteten ironischerweise ein zweitägiges Fest zu Ehren der heimgekehrten Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg ein. Auf ihr Signal hin sammelten sich die Einwohner der festlich geschmückten Stadt unter Begleitung zweier Musikkapellen am Bahnhofplatz. Die Veteranen wurden bereits in den Tagen zuvor aufgefordert, sich zu melden und Erkennungskarten auf der Gemeinde abzuholen.

Am Bahnhof setzte sich gegen 11 Uhr der Festzug in Bewegung; angeführt von Schulklassen mit weißblauen Fähnchen marschierten die Teilnehmer durch die Maximilianstraße zum Tutzinger-Hof-Platz. Dort überreichten zwei Schüler eine "Jugendspende" von 800 Mark an den Krieger- und Veteranenverein Starnberg, der damit Waisen und Kinder von Kriegsversehrten unterstützen sollte. Nach einer Begrüßung der Heimkehrer durch Bürgermeister Jakob Tresch bewegte sich der Festzug zum Kriegerdenkmal am alten Rathaus (heute Bücherei), an dem der 122 gefallenen Starnberger gedacht wurde. Weitere Reden sowie das Spielen des Niederländischen Dankgebets rundeten die Gedenkfeier ab.

Anschließend führte der Festumzug die Teilnehmer über die Haupt- und Possenhofener Straße zurück zum Bahnhof, von wo sich die heimgekehrten Soldaten auf die Gasthäuser Pellet-Mayer, Deutscher Kaiser und Undosa zu einem Mittagessen verteilten. Ab 16 Uhr durften auch Personen ohne Veteranenkarte zu den Heimkehrern stoßen und Musik sowie diverse Aufführungen sorgten für kurzweilige Stunden.

Tags darauf wurden in der Friedenskirche sowie St. Josef Trauergottesdienste abgehalten. Nach der Messe zogen die Veteranen samt Marsch-Kapelle zum gemeinsamen Frühschoppen zum Gasthof zur Eisenbahn. Das gesellige Beisammensein zog sich begleitet von Musik bis zur Sperrstunde um 22 Uhr, die dem Fest ein Ende setzte.

Die Feier dürfte den Heimgekehrten einige schöne Stunden beschert haben. Sie täuschte jedoch eine Willkommenskultur und Akzeptanz der Veteranen vor, die so nicht existierte. Viele Soldaten kamen beispielsweise mit Kriegsneurosen in ihre Heimat zurück. Doch statt Hilfe zu bekommen, wurden sie ausgegrenzt und standen unter dem Verdacht, ihre Leiden nur zu simulieren. Während der NS-Zeit schließlich wurden zwischen 4.000-5.000 traumatisierte und psychisch kranke Veteranen im Rahmen des Euthanasieprogramms ermordet.

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